Legaler Cannabis blüht in Thailand

In den meisten Ländern Asiens stehen empfindliche Strafen auf den Besitz und Konsum von Cannabis. Doch Thailand gilt nicht nur als beliebter Urlaubsort, sondern auch als Vorreiter und legalisierte sowohl den Anbau als auch den Konsum im Juni 2022. Eine lange Diskussion war dieser Entscheidung vorgeeilt, letztlich hat die Regierung jedoch der Legalisierung zugestimmt.

Seitdem blühen der Anbau und Verkauf im Land, neue Coffee-Shops und Cannabis-Produkte findet man praktisch an jeder Ecke. Das hat nicht nur einen positiven Effekt auf die derzeit gebeutelte Tourismus-Industrie, sondern soll auch medizinische Behandlungen auf ein neues Niveau hieven.

Thailand möchte also dank der Legalisierung mit einem attraktiven Gesamtpaket neue Touristen anlocken, die Coffee-Shops besuchen, am Strand entspannen und dabei sogar online Fußballwetten abschließen können.

Thailands radikaler Wechsel in nur 20 Jahren

Noch im Jahr 2003 hatte der damalige Premier des Landes, Taksin Shinawatra, einen Krieg gegen Drogen gestartet. Dabei ging es hauptsächlich darum, den stark verbreiteten Konsum von Methamphetamin (Speed) einzudämmen. Bereits in den ersten Monaten dieses sogenannten Kriegs gab es Tausende von Hinrichtungen vermeintlicher Dealer und Abhängiger.

Diese Politik kam bei der heimischen Bevölkerung durchaus positiv an und viele unterstützen die radikale Gangart gegen Drogen. Andere Regierungschefs wie zum Beispiel Rodrigo Duterte, nahmen sich daran ein Beispiel und setzten ähnliche Maßnahmen auf den Philippinen um. Das verstärkte die Wahrnehmung, dass selbst Cannabis ein absolutes Tabu-Thema in Asien sei.

Doch in den letzten Jahren gab es zumindest in Thailand einen radikalen Umschwung. Dabei spielten andere Länder wie Niederlande, USA und Kanada sicherlich eine positive Vorreiter-Rolle. Im Juni 2022 strich die Regierung dann Cannabis von der Liste der illegalen Betäubungsmittel und leitete damit ein neues Zeitalter von legalem Cannabis ein.

Thailand fördert den Anbau und verschenkt eine Million Cannabis-Pflanzen

Um die Entwicklung weiter zu fördern, kündigte die Regierung sogar an, eine Million Cannabis-Pflanzen zu verschenken. Nach einer kurzen Registrierung auf einer offiziellen Webseite darf nämlich jeder Cannabis anbauen, sogar im eigenen zu Hause. Einschränkungen gibt es dabei nicht, alle Teile der Pflanze dürfen verkauft und konsumiert werden.

Folglich eröffneten über Nacht viele neue Coffee-Shops und Läden, die von dem neuen Gesetz profitieren. Es gibt jetzt sogar Cannabis-Produkte aus dem Automaten, auch wenn diese natürlich eine entsprechend schwache Dosierung aufweisen. Durch die Legalisierung sind auch die Preise stark gefallen, weil kein Risiko mehr mit dem Anbau verbunden ist.

Ein Joint in einer schicken Bar kann aber immer noch schnell 400 Baht kosten (knapp über 10 EUR), besonders in den beliebten Touristen-Gebieten. Der Konsument zahlt dabei natürlich nicht nur für das Cannabis, sondern auch für Service und Location. Die Wirtschaft erhofft sich damit auch zunehmend positive Impulse für Tourismus und Medizin.

Positive Effekte auf Tourismus und Medizin erwartet

Die letzten Jahre sahen alles andere als rosig für die Tourismus-Branche in Thailand aus. Das wirkte sich nicht nur auf klassische Urlaubsziele, sondern auch auf den wichtigen Medizin-Tourismus aus. Denn Thailand, besonders Bangkok, ist bekannt für günstige und hochwertige Behandlungen, die viele erst zur Reise anregen.

Genau hier erhofft man sich durch die Legalisierung einen positiven Effekt, denn offiziell liegt der Fokus darauf, neue medizinische Behandlungen anbieten zu können. Das ist zumindest die offizielle Kommunikation der Regierung, auch wenn davon auszugehen ist, dass normale Touristen ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle bei der Entscheidung gespielt haben.

Denn die Branche litt in den letzten zwei bis drei Jahren sehr stark unter den vielen internationalen Reise-Beschränkungen. Die Legalisierung kann also neue Touristen anlocken, die relativ viel Geld im Land für Cannabis ausgeben werden. Ein Joint für 10 Euro mag vielleicht nicht nach besonders viel klingen, doch ein ordentliches Hotel gibt es ebenfalls schon ab 20 EUR pro Nacht. Im direkten Vergleich ist legaler Cannabis also ein sehr attraktives Geschäft.



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