Krankengeschichten

Hyperaktivität, Kontrollzwang

Krankengeschichte

Hr. FK

Hyperaktivität, Kontrollzwang

Welche Beschwerden oder Krankheiten behandeln Sie mit Cannabis?

Beschwerden der inneren Unruhe aufgrund Diagnose F90: Aufmerksamkeitsdefizit bei: hyperaktivem Syndrom, Aufmerksamkeitsdefizit bei: Hyperaktivitätsstörung, Aufmerksamkeitsdefizit bei: Störung mit Hyperaktivität. Beschwerden der Reizüberflutung durch mangelnde Kategorisierungsfähigkeit durch F90 Störung. Cannabis sorgt hier für den nötigen Puffer in meiner Wahrnehmung, sonst prasselt alles ungefiltert auf mich ein. Hier arbeite ich stets an meinem Mind-setting, THC ist aber bisher unabdingbare Unterstützung in meiner Psychohygiene. Beschwerden einer Überängstlichkeit im Sinne eines steigenden Kontrollzwangs bei Nichteinnahme. Begründet in einer F93.8 Störung. Mich verfolgt alles, was ich nicht organisiert habe, kann nicht „5 grade sein lassen“. Dies sorgt für innere Unruhe und Schlaflosigkeit. Ich treibe zudem viel Sport und versuche, durch Rituale zur Ruhe zu kommen, ich arbeite auch mit sogenannten „primes“, d.h. ich lege bewusst auf mein Wohlbefinden ausgelegte Marker aus, die sich auf mein Unterbewusstes auswirken (Gerüche, optische Reize u.ä.). Die Behandlung durch Meditation oder Johanniskraut funktioniert nicht. Ritalin habe ich abgesetzt und ich möchte diesen Pharmazie-Hammer nicht mehr nehmen, er macht mich gleichgültig und stupide.

Wie wirkt sich Cannabis auf Ihre Beschwerden aus?

Lindernd, fokussierend und beruhigend. Siehe Punkt „Beschwerden und Krankheiten“

Welche Nebenwirkungen hat Cannabis für Sie?

Früher Antriebslosigkeit, durch Reifeprozess ist dies kein Problem mehr. Setze den Wirkstoff bewusst ein und er stört mich nicht in meinem Lebenswandel. Im Gegenteil, er fördert einen positiven Lebenswandel. Habe die Ruhe zum lernen u. ä.

Welche Vorteile und welche Nachteile hat die Cannabis-Medikation Ihrer Meinung nach?

In jungen Jahren sollte der Konsum niederig schwellig sein, da sonst Gefahr der Antriebslosigkeit besteht. Vorteile sind mannigfaltig, siehe zahlreiche Studien. Die Förderung psychopathologischer Thematiken sehe ich nicht standardmässig gegeben, hier muss vieles zusammen kommen und es liegt sicherlich nicht nur an der Einnahme von Cannabis. Alkohol erachte ich hier als die gefährlichere Verstärkung pathologischer Thematiken.
Einnahmeform:
Rauchen. Würde gerne auf Tee oder Tropfen umsteigen. Dies ist aber schwer möglich.
Menge:
Ca. 2-3 Gramm pro Woche.
Dauer der Medikation:
Seit über 15 Jahren.

Diese persönliche Erfahrungsgeschichte dient ausschließlich Informationszwecken. Die hier beschriebenen Erfahrungen sind individuell und lassen keine allgemeingültigen Rückschlüsse auf andere Personen oder Krankheitsverläufe zu.