Multiple Sklerose mit Cannabis behandeln

Ich hatte das Glück, dass ich letzten Donnerstag beim Stammtisch zum Thema „Cannabis als Medizin“ Fredy G. kennenlernen durfte. Fredy, ein gebürtiger Slowene, seit 1991 in Österreich und seit 2004 österreichischer Staatsbürger hat im Jahr 2009 eine Diagnose bekommen, die sein Leben völlig verändert sollte: Multiple Sklerose.
Seitdem kämpft er hartnäckig gegen seine Krankheit und hat über einen Grazer Arzt (Dr. B in Eggenberg) Dronabinol verschrieben bekommen. Das Medikament, welches von der Krankenkasse bezahlt wird, lindert seine Leiden leider nicht ausreichend. Die Schmerzen lassen zwar etwas nach und auch die spastischen Lähmungen lassen sich einigermaßen lösen, doch wenn er die Möglichkeit hat, lindert er seine Beschwerden mit Cannabis.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand, die Wirkung ist wesentlich stärker und zusätzlich verbessert sich auch sein Gemütszustand was sich indirekt auch wieder auf seine Symptome auswirkt.
Leider musste er aber auch negative Erfahrungen im Bezug auf Diskriminierung wegen des Gebrauchs von Cannabis über sich ergehen lassen, ja sogar seine Frau möchte sich deswegen von ihm scheiden lassen.
Fredy meint, dass wenn erst Cannabis legal ist, er günstig zu seiner effektiven Medizin kommt, seine Frau auch bei ihm bleiben wird und auch der Staat durch eine kontrollierte Abgabe an Patienten ordentlich mitverdienen kann. Somit hätte jeder etwas davon. Täglich setzt er sich für die Legalisierung von Cannabis ein und sein Favorit von den Legalisierungsmodellen wäre ein Cannabis Social Club, in dem unter bestimmten Bedingungen Marihuana an die Mitglieder ausgegeben werden kann.
Er hätte gerne, dass so viele Personen wie möglich von seiner Leidensgeschichte erfahren und auch den Weg über medizinisches Cannabis als Medizin wählen, denn wenn mehr Nachfrage besteht und auch mehr Druck auf die Mediziner ausgeübt wird, wird hoffentlich bald ein Umdenken stattfinden.
Wir wünschen ihm auf diesem Weg alles Gute und werden ihn in seinem Vorhaben unterstützen, Cannabis als Medizin salonfähig zu machen.
Nachtrag vom Verfasser: Da ich selbst Dronabinol-Patient bin wegen meiner chronischen Scheuermann Erkrankung, einem Bandscheibenvorfall und meines Burn Out Syndroms kenne ich die Diskriminierung der Gesellschaft und der Mediziner aus eigener Erfahrung. Auch ich kann bestätigen, dass Dronabinol eine tolle Medizin für wenig cannabiserfahrene Personen ist, allerdings die Wirkung nicht mit der von Marihuana zu vergleichen ist.
 


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